Timbuktu

T&M: William Wahl

Gott ist das kalt hier, und als hätte irgendjemand
Aus einem schlechten Fernsehprogramm alle Farbe rausgedreht
Darum nimm die Atlanten, dann mach deine Augen zu
Und ich seh, wohin der Wind wie von selbst deinen Zeigefinger weht

Also hol die Koffer vom Speicher und die Tigerfallen auch
Die Petroleumlampen, Hutschachteln und Wasserschlauch
Dann steck die Glasperlen ein
Es geht nach Timbuktu

Dunkel das Rollfeld, schwarz der Schatten unseres Luftschiffs schon
Das die Nacht, als hätte es Schwerter aus Licht, mit seinen Scheinwerfern durchteilt
Strickleitern fallen, schweben mit uns an die hundert Fuß
Bis an Bord, wo uns dann lächelnd der Boy die seidenen Bademäntel reicht

Und dann spielen wir Mühle, Mondschein im Whiskeyglas
Und der Schiffsmotor summt uns übers Meer und in den Schlaf
Wo die Walfische ziehen
Es geht nach Timbuktu

Picasso malt uns und die Baker tanzt
Wir reisen Jahre und wir kommen nie an
Das kann ewig weitergehen
Bleibst du, bleibt das Glück uns hold
Wer braucht Straßen aus Gold in Timbuktu

Liebe ist scheiße

T&M: William Wahl

Es lebte einst 'ne Tierarzthelferin in Hagen
Die seit 'nem Jahr schon mit dem Sohn vom Tierarzt ging
Er schenkte ihr nen goldenen Ring
Zum ersten Jahrestag

Doch weil der Ring zu klein war, um ihn auch zu tragen
Ging sie am nächsten Mittag gleich zum Juwelier
So kam's, dass sie schon um halb vier
In dessen Armen lag

Und während sie sich in seinem Bett etwas wärmte
War's ihr Freund, der dabei was lernte
Nämlich dies:

Von der Mosel bis zur Neiße
Liebe ist Scheiße
Von der Nordsee bis zum Inn
Liebe ist schlimm, Liebe ist schlimm


Es lebte einst ein altes Paar in Baden-Baden
Die fest zusammen hielten stets und überall
Auch als der Mann als Pflegefall
Sein Ende nahen sah

Doch als er starb, vermachte er seine Milliarden
Nicht seiner Ehefrau, nein, alle Knete ging
An seine junge Pflegerin
Aus Herzegovina

Das Mädchen genoss die fette Ernte
Während die Witwe dabei was lernte
Nämlich dies:

Von der Mosel bis zur Neiße
Liebe ist Scheiße
Von der Nordsee bis zum Inn
Liebe ist schlimm, Liebe ist schlimm


Ob in Emden oder Aurich
Liebe ist traurig
Grausam und brutal
Von Schwerin bis Wuppertal

Doch wird vom Hunsrück bis zur Eifel
An der Liebe nicht gezweifelt
Denn wir wären in Rostock und in Hamm
Ohne Liebe noch viel ärmer dran
Das gilt von Dresden bis nach Trier
Und darum singen wir:

Von Scharbeutz bis Mülheim-Kärlich
Liebe ist gefährlich
Doch von der Donau bis zum Rhein
Liebe muss sein, Liebe muss sein

Von Scharbeutz bis Mülheim-Kärlich
Liebe ist gefährlich
Doch von der Elbe bis zur Rhön
Liebe ist schön

Ich hab Unrecht, du hast Recht

T&M: William Wahl

Der Markusplatz liegt still und verlassen vor uns
Von ferne ruft eine Fähre
Leise plätschern die Wellen und dazu erklingen
Die Lieder des Gondoliere

Er singt von Nächten vergangenen Glücks
Von Liebe, die längst nicht mehr wäre
Davon singt neben uns, während ich deine Hände halt
Der kleine Gondoliere

Kleiner Gondoliere, verpiss dich
Wir wollen hier einfach nur sitzen
Wir würden uns freuen, für uns zu sein
Also lass es mich mal überspitzen:
Du beeinträchtigst die Atmosphäre
Drum va fuori, mio Gondoliere


Der Gondoliere will, so wie es scheint
Seinen Abend mit uns gestalten
Wir drehen uns weg, doch er hat schon begonnen
Sich mit uns zu unterhalten

Ja, wir kommen aus Deutschland, ja sehr gut erkannt
Ich bin William, und das hier ist Manu
Also Arrividerci, hat uns sehr gefreut
Und jetzt steig wieder in dein Kanu

Kleiner Gondoliere, verpiss dich
Uns ist nicht nach Bootsfahrt zumute
Wir haben auch nur dreihundert Euro dabei
Und das reicht doch kaum für 'ne Minute
Drum gestatte, dass ich dir erkläre:
Va fuori, mio Gondoliere


Der Mann hört nicht auf mit dem Liebesgesang
Ich beende das Gequake
Ein Stoß mit dem Fuß und es kentert mitsamt
Dem Gondoliere die Barke

Reiste mal jemand von euch nach Venedig
Wo er dann zum Markusplatz liefe
Und säh' er dort etwas im Wasser still treiben
In circa zwei Metern Tiefe
Ich gebe 'nen Hinweis, das wäre
Dann der kleine Gondoliere

Ich hab Unrecht, du hast Recht

T: William Wahl/Oliver Gies/Helge Möller
M: William Wahl


Der Mann und die Frau
Stritten weniger sich
Verstünde der Mann
Sie hat recht und er nicht

Ja, mein Schatz, der letzte Winter war echt kälter
Und Wolle wäscht man nicht bei 60 Grad
Den besten Apfelkuchen backen deine Eltern
Und all das hast du immer schon gesagt

Einen Camembert muss man nicht mehr entrinden
Dass ich das tat, war sicherlich verkehrt
Und natürlich konntest du den Weg nicht finden
Denn ich hatt' ihn dir zu schlecht erklärt

Darum lass uns doch nicht peinigen
Sondern uns auf eines einigen
Wir halten einfach für die Zukunft fest:
Ich hab Unrecht, du hast Recht
Ich hab Unrecht, du hast Recht


Die Verabredung mit Ruth und Rainer war nicht
so der Bringer. Und die viel zu hohen Schuh'
Und der kurze Rock von Ruth, die gingen gar nicht
Klar, das seh ich ganz genau wie du

Das Café, in dem wir waren brauchte keiner
Das hatte ich auf alle Fälle schlecht gewählt
Stimmt, den Abend rettete alleine Rainer
Mit den guten Witzen, die er so erzählt

Darum lass uns doch nicht peinigen
Sondern uns auf eines einigen
Wir halten einfach für die Zukunft fest:
Ich hab Unrecht, du hast Recht
Ich hab Unrecht, du hast Recht


Gestern Nacht, da kamst du nicht nach Haus
Du sagtest, du ziehst jetzt bei Rainer ein
Zuerst dachte ich, das halte ich nicht aus
Aber es wird wie sonst auch das beste sein

Und darum werd ich dich nicht steinigen
Ich glaub, wir können uns darauf einigen
Zuerst war mir vor Kummer zwar ganz schlecht
Doch ich hatt' Unrecht, du hatt'st Recht

Wir mussten uns nicht peinigen
Sondern konnten uns mal einigen
Und ich glaub, die Lösung tut uns beiden gut
Du nimmst Rainer, ich nehm Ruth
Du nimmst Rainer, ich nehm Ruth

Es muss nicht alles kompliziert sein

T&M: William Wahl

Hier kommen drei Töne
Es sind normale, gar nicht ausgesprochen schöne
Hey bitte, spart euch für'n Moment mal das Gestöhne
Das ist vielleicht nicht große Kunst, aber na und?

So viel ist schwierig
Vertrackt, verworren, diffizil und sehr langwierig
Ihr sagt, das kennt ihr ganz genau und das kapier ich
Ich sag ab jetzt: Es reicht, wir machen's leicht

Es muss nicht alles kompliziert sein
Nicht knifflig oder raffiniert sein
Tut etwas sehr bedeutungsvoll
Ist es nicht automatisch toll
Und auch nicht superschlau, nur weil man's nicht kapiert


Es muss nicht immer alles schwer sein
Sprach der Hamster zu dem Meerschwein
Es ist, das sag ich ungeniert,
Nicht immer alles kompliziert


Als du ein Kind warst
Denkst du dir, während du gestresst ein halbes Rind garst
Oder am Arbeitsplatz genervt auf deinen Spind starrst
Lief alles rund, so dein Befund, aber na und?

Du sagst, das muss so
Behauptest eigentlich macht dich dieser ganze Stuss froh
Hey, die Begründung stinkt zum Himmel wie ein Busklo
Ich sag ab jetzt: Es reicht, wir machen's leicht

Es muss nicht alles kompliziert sein
Nicht knifflig oder raffiniert sein
Tut etwas sehr bedeutungsvoll
Ist es nicht automatisch toll
Und auch nicht superschlau, nur weil man's nicht kapiert


Es muss nicht immer alles schwer sein
Sprach der Hamster zu dem Meerschwein
Es ist, das sag ich ungeniert,
Nicht immer alles kompliziert

Und ist es wirklich mal zu schwer
Dann lass es sein und gib es her
Und ist es eine Quälerei
Dann lass es los und mach dich frei

Es muss nicht alles kompliziert sein
Nicht knifflig oder raffiniert sein
Tut etwas sehr bedeutungsvoll
Ist es nicht automatisch toll
Und auch nicht superschlau, nur weil man's nicht kapiert

Das ganze Leben könnt ein Streich sein
Also lass es lieber leicht sein
Es ist nicht alles so verzwickt
Also schrei nicht gleich ,,verflixt"
Komm, jetzt sei nicht mehr frustriert
Es ist nicht immer alles kompliziert

Wellenreiter

T&M: William Wahl

Stehst hier seit Ewigkeiten
Stehst seit so langer Zeit und
Willst eigentlich gar nicht mehr hier weg

Hast dich gut eingerichtet
Und alles abgedichtet
Bewegst dich einfach nicht vom Fleck

Aber manchmal zieht es dich
Nach draußen, wo der Wind die Gischt verweht
Dahin wo der feste Grund
Sich nach und nach verliert und dann vergeht
Und immer weiter

Denn wir sind Wellenreiter
Es ist nichts für immer, Wellenreiter
Siehst du den Schimmer in der Wolkenfront
Wir sind Schwimmer unterm Horizont
Und es trägt dich immer weiter
Wir sind Wellenreiter


Verlorst zu oft den Stand und
Verlorst dich in der Brandung
Und hast zu zweifeln angefangen

Gabst auf und bist geflohen
Auf diesen festen Boden
Wo dich nichts mehr umwerfen kann

Aber manchmal sehnst du dich
Nach draußen, wo der Wind die Gischt verweht
Dahin, wo der feste Grund
Sich nach und nach verliert und dann vergeht
Und immer weiter

Denn wir sind Wellenreiter
Es ist nichts für immer, Wellenreiter
Siehst du den Schimmer in der Wolkenfront
Wir sind Schwimmer unterm Horizont
Und es trägt dich immer weiter
Wir sind Wellenreiter


Die Ruhe ist trügerisch
Also ergib dich nicht
Also ergib dich nicht

Wir sind Wellenreiter
Es ist nichts für immer, Wellenreiter
Siehst du den Schimmer in der Wolkenfront
Wir sind Schwimmer unterm Horizont
Und es trägt dich immer weiter
Wir sind Wellenreiter
Wir sind Wellenreiter
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